Als Coronaentladungen bezeichnet man in der Elektrotechnik Entladungen, die an hochspannungsführenden Leitern auftreten. Ein ähnliches Entladungsmuster entsteht, wenn eine hochspannungsführende Elektrode (mehrere kV) in einem geringen Abstand zur Oberfläche des zu behandelnden Substrates angebracht wird, an dessen Rückseite sich formschlüssig eine geerdete Gegenelektrode befindet.
Bereits vor über fünfzig Jahren hat man erkannt, dass der gezielte Einsatz einer solchen Entladung zur Verbesserung der Haftung auf Kunststoffoberflächen und anderen Substraten genutzt werden kann. Im Luftspalt zwischen den Elektroden bildet sich eine Entladungszone aus. In dieser Zone besteht eine hohe Konzentration an verschiedenen aktivierten Atomen und Molekülen, welche auf die zu behandelnden Substratoberflächen auftreffen.
Die geschlossenen Molekülketten der Oberfläche werden aufgebrochen, sodass sich aktivierte Spezies, vorwiegend Sauerstoffradikale, anlagern können. Auf der zuvor unpolaren Oberfläche werden polare Moleküle erzeugt, an die sich die Farbmoleküle anbinden können. Die Coronabehandlung ist ein Verfahren der physikalischen Oberflächenaktivierung.